LKW-Reifenschaden in Deutschland oder Österreich: Welche Angaben der Disponent beim Fahrer erfragen sollte
Meldet ein Fahrer einen Reifenschaden an einem LKW über 7,5 t in Deutschland oder Österreich, sollte der Disponent gezielt die Angaben erfassen, die für die Organisation eines mobilen LKW-Reifendienstes erforderlich sind. Benötigt werden die genaue Radposition, die tatsächlich montierte Reifengröße, Angaben zur Felge und zum Ersatzrad sowie Fotos, sofern sie sicher aufgenommen werden können. Bitten Sie den Fahrer, nur das zu beschreiben, was er tatsächlich sieht: Druckverlust, Riss, Durchstich, Verformung oder eine andere sichtbare Beschädigung. Eine vermutete Ursache darf nicht als Tatsache weitergegeben werden.
1. Feststellen, welches Rad beschädigt ist
Klären Sie die genaue Radposition: an der Zugmaschine, am Anhänger oder am Auflieger, an welcher Achse und auf welcher Seite. Das beschädigte Rad kann sich beispielsweise an der Lenk- oder Antriebsachse der Zugmaschine oder an einer Achse des Anhängers bzw. Aufliegers befinden, jeweils links oder rechts. Angaben wie „hinten links“ sind bei einem Gespann nicht eindeutig. Ist das betroffene Rad Teil einer Zwillingsbereifung, sollte dies ebenfalls angegeben werden. Der Zustand des zweiten Rads kann die Entscheidung des Servicepartners vor Ort beeinflussen.
2. Die montierte Reifengröße erfassen
Benötigt wird die tatsächlich an der beschädigten Radposition montierte Reifengröße. Verlassen Sie sich nicht auf die Erinnerung des Fahrers oder auf Standard- bzw. Herstellerangaben zum LKW.
Ist die Kennzeichnung lesbar und kann der Fahrer sie gefahrlos zeigen, bitten Sie ihn, die Angaben von der Seitenwand abzuschreiben oder ein separates Foto der Kennzeichnung zu machen. Lässt sich die Kennzeichnung am beschädigten Reifen nicht sicher ablesen, dürfen die Angaben vom gegenüberliegenden Rad derselben Achse nur als Orientierung weitergegeben werden. Teilen Sie dem zuständigen Disponenten unbedingt mit, von welchem Rad die Kennzeichnung übernommen wurde.
3. Angaben zur Felge und zum Ersatzrad erfassen
Klären Sie, ob an der Felge sichtbare Beschädigungen vorhanden sind. Geben Sie nur das weiter, was der Fahrer sehen oder zeigen kann, ohne daraus auf die Verwendbarkeit der Felge zu schließen. Ist ein Ersatzrad vorhanden, klären Sie, wo es sich befindet – auf welcher Seite des Fahrzeugs – und was über seinen Zustand sowie über mögliche Schwierigkeiten beim Ausbau bekannt ist. Ob das Ersatzrad verwendet werden kann, beurteilt der Servicepartner nach der Ankunft vor Ort.
4. Klären, ob Fotos sicher aufgenommen werden können
Befindet sich das Rad auf der Autobahn an der dem fließenden Verkehr zugewandten Seite des Fahrzeugs, bitten Sie den Fahrer nicht, nur für ein Foto an das Rad heranzutreten. Ist der Zugang sicher, sind folgende Aufnahmen aussagekräftig:
- Gesamtansicht des Fahrzeugs;
- Nahaufnahme der Beschädigung;
- Kennzeichnung;
- Felge und Ersatzrad.
Ist der Zugang nicht sicher, geben Sie die vorhandenen Angaben ohne Fotos weiter.
So stellen Sie die Nachricht für den mobilen LKW-Reifendienst zusammen
Erfassen Sie:
- genauen Standort;
- Fahrzeugtyp und, falls zutreffend, Zusammensetzung des Gespanns;
- Kennzeichen;
- Position des beschädigten Rads – an der Zugmaschine, am Anhänger oder am Auflieger, an welcher Achse und auf welcher Seite;
- ob das Rad Teil einer Zwillingsbereifung ist;
- tatsächlich montierte Reifengröße;
- kurze Beschreibung des sichtbaren Problems;
- sichtbaren Zustand der Felge;
- Vorhandensein, Position und Zustand des Ersatzrads;
- verfügbare Fotos der Beschädigung, der Kennzeichnung, der Felge und des Ersatzrads sowie eine Aufnahme des Fahrzeugstandorts mit einem erkennbaren Orientierungspunkt, sofern dies sicher möglich ist;
- Kontaktdaten des Fahrers und, falls abweichend, der verantwortlichen Person;
- Zufahrtsbeschränkungen oder eine gefährliche Position des Fahrzeugs, falls relevant;
- Angaben dazu, ob die Polizei oder die Autobahnmeisterei gerufen wurde bzw. ob Einsatzkräfte vor Ort sind.
Welche Fehler des Disponenten die Organisation der Hilfe bei einem Reifenschaden verzögern können
- Nur „Problem am Rad hinten links“ melden. Ohne Angabe, an welchem Teil des Gespanns, an welcher Achse und auf welcher Seite das betroffene Rad sitzt, muss der Disponent die Angaben erneut abfragen.
- Die Größe aus der Erinnerung nennen. Tatsächlich kann an dieser Position ein anderer Reifen montiert sein; dann kann das Serviceteam den Auftrag nicht mit einem einzigen Einsatz abschließen.
- Das vorhandene Ersatzrad von vornherein fest für den Wechsel einplanen. Solange seine Position und sein Zustand nicht bekannt sind, darf es nicht als gesicherte Option berücksichtigt werden.
Wohin Sie die Angaben für die Organisation der Hilfe bei einem Reifenschaden senden
Senden Sie die Angaben nach Möglichkeit in einer einzigen WhatsApp-Nachricht an MT onroad unter der Nummer +49 977 5376 9999. Sind einzelne Angaben oder Fotos nicht verfügbar oder lassen sie sich nicht sicher ermitteln bzw. aufnehmen, übermitteln Sie die bestätigten Angaben und nennen Sie ausdrücklich, was fehlt.
FAQ
Was tun, wenn nicht alle Angaben zum Reifen vorliegen?
Übermitteln Sie MT onroad die bestätigten Angaben und nennen Sie, welche Informationen fehlen. Ergänzen Sie keine vermuteten Werte.
Was tun, wenn kein Ersatzrad vorhanden ist?
Geben Sie dies in der Nachricht an den Disponenten an. Das Fehlen eines Ersatzrads wird bei der Organisation der passenden Hilfe berücksichtigt.
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